„Eumetazoa Crepusculum Lucere“, das sind „leuchtende Gewebetiere aus der Gattung der Chromatozoten“. Hierbei handelt es sich um einen frei erfundenen, aber der Namensgebung der biologischen Gattungen angelehnten Begriff.
In zwei großen Vitrinen des Ausstellungsortes tummeln sich unzählige organische Wesen mit wuchernden, blasigen Formen. Durch ihre semitransparenten Körper leuchten wechselnden Lichtfarben, die den Lebensrhythmus der Tierchen sichtbar machen. Durch ihr Leuchten und den Rhythmus des Lichts erkennt der Betrachter, ob dieses Wesen z.B. gerade schläft, isst oder mit einem anderen Tierchen kommuniziert.
Idee und Konzept haben beide Künstler gemeinsam entwickelt, angeregt von den bislang
unbekannten Lebewesen der Tiefsee. Diese Tiere entspringen einem Lebensraum, der uns
gleichermaßen fremd wie feindlich vorkommt, es herrscht ein ungeheurer Druck, und,
aufgrund der unvorstellbaren Entfernung zur Wasseroberfläche, tiefe Finsternis. Man geht davon aus, dass die Mehrheit der hier lebenden Arten die Fähigkeit besitzen, durch
Bioluminiszenz Licht zu erzeugen, oft aus Gründen der Nahrungssuche oder Verteidigung, meist jedoch zur Kommunikation.
Von Birgit Rüberg stammen die fragilen Körperhüllen der Gewebetiere. Größen und Formen variieren und enstprechen verschiedenen Lebensaltern und Untergruppen der Gattungen.
Im Innern der “Eumetazoa” befindet sich ein Microprozessor, gefüttert mit einem Programm
von Julius Schmiedel. Jedes “Eumetazoa” hat eine individuelle Persönlichkeit und deswegen auch einen eigenen Lichtrhytmus. Die leuchtenden Gewebetiere verbringen ihre Zeit mit Spielen, Nahrungsaufnahme und Schlaf, bis ihre gesammelten Reserven für die Fortpflanzung ausreichen. Danach beginnen sie erneut ihren ungleichmäßigen Zyklus aus Schlaf, Spiel und Nahrungsaufnahme.